Technische Hochschule Köln EXKLUSIV: 40 Jahre TH Köln

Social Media: Eintagsfliege oder gesellschaftlicher Wandel?

04.2011

Alle reden von Social Media. Handelt es sich nur um einen kurzfristigen Trend oder werden Facebook & Co. das Internet langfristig prägen?

TH Köln 

Die Experten-Antwort von Prof. Dr. Matthias Fank:
"Social Media ist nicht nur ein neuer Kanal. Er ist Ausdruck eines veränderten Informations- und Kommunikationsverhaltens. Wer heute Informationen sucht bzw. benötigt, sucht mit Hilfe von freien Suchmaschinen. Diesen ersten Anlaufpunkt gab es vor einigen Jahren noch nicht. Ebenso hat sich der Umgang mit Informationen und deren Interpretation verändert. Innerhalb weniger Sekunden kann man eine Frage in einem Forum loswerden, sein Urlaubshotel bewerten oder Freunden auf Facebook mitteilen, in welchem guten Restaurant man gestern gespeist hat. Mit rund 14 Mio. registrierten Usern auf Facebook in Deutschland wird das Soziale Netzwerk für die werbetreibende Industrie sehr attraktiv, wobei der Aspekt der Interaktion häufig vernachlässigt wird und die Zahl an Pleiten und Pannen auf Facebook drastisch zugenommen hat. Diese Plattformen sind nicht so groß geworden, weil die User mit Werbung bombardiert werden wollen. Wer diesen Kommunikationskanal erfolgreich bedienen will, benötigt eine gute Portion Akzeptanz, Toleranz und Einfühlungsvermögen.

Die einschlägige Literatur ist sich einig, dass ein Engagement im Social Web immer den drei Stufen Zuhören, Verstehen und Handeln folgen sollte. Diese drei doch sehr banal klingenden Begriffe stellen Unternehmen durchaus vor große Herausforderungen. Social Media ist dabei weitaus mehr als Facebook, Twitter und YouTube, wobei bereits diese drei Portale über viele User und damit über viele Informationen verfügen. Zu Social Media zählen auch die Millionen von Blogs, Foren und Bewertungsportalen. Schätzungen gehen davon aus, dass es sich hierbei um drei Milliarden Websites handelt. Diese Datenmenge – mit steigender Tendenz – in aussagekräftige Informationen zu transformieren, stellt Unternehmen vor große Herausforderungen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus der Telekommunikationsbranche: Ein auf Social Media spezialisierter Monitoring-Anbieter indexiert für ein Telekommunikationsunternehmen monatlich rund 550.000 Beiträge. Das entspricht einem täglichen Datenvolumen von rund 20.000 Beiträgen. Dabei stammen die Beiträge aus den unterschiedlichsten Social Media Kanälen und sind auf ca. 350.000 unterschiedliche User zurück zu führen. Vor dem Hintergrund dieser Beispieldaten gewinnen die Begriffe zuhören, verstehen und handeln eine ganz andere Qualität. Dass dies dennoch machbar ist, zeigen bereits erste Erfahrungsberichte von Unternehmen. Diese Fülle an Daten zu erfassen und auswertbar zu machen, gelingt derzeit nur sehr wenigen Softwareanbietern. Unternehmen sollten sehr sorgfältig bei der Auswahl eines Anbieters vorgehen.

Die rasante Verbreitung der Social Media und die ständig steigende Zahl an Usern die sich über Plattformen wie Facebook oder Twitter austauschen, werden auch die Anforderungen an Hochschulen verändern. Besonders deutlich wird dies schon heute insbesondere bei der jüngeren Generation, die ständig und überall Statusinformationen und Kommentierungen absetzen und kommentieren."

Matthias Fank ist Professor für Informationsmanagement am Institut für Informationswissenschaft der Technischen Hochschule Köln. Er fungiert als wissenschaftlicher Verantwortlicher der 2011 erstmals durchgeführten Weiterbildung "Social Media Manager" – veranstaltet vom Zentrum für akademische Qualifikationen und wissenschaftliche Weiterbildung

 

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