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Ortsdienste

Zunehmende Beliebtheit im Web: Sag mir, wo du bist!

Ortsdienste 

27.07.2010

Geotagging oder ortsbasierte Onlinedienste sind der neueste Trend im Social Web. Beinahe täglich entstehen neue Dienste. Foursquare, Gowalla oder Friendticker machen mit ihrer Verknüpfung von Inhalten und Ortsangaben den „althergebrachten" Diensten wie Facebook, Twitter oder StudiVZ das Feld streitig. Besonders Foursquare mit seiner Kombination von Freundefindungs-Funktion, Stadtführer und Social Community erfreut sich größter Beliebtheit. Im März 2009 gegründet, verwenden bereits mehr als eine Million Nutzer diesen Service. Twitter brauchte zwei Jahre, um auf diese Zahl zu kommen, sagt J. Krömer, Social Media-Fachmann von der Kölner Monitoring-Firma infospeed. Die deutschen Pendants heißen Friendticker und Qiro.

Die Nutzer können bei einem Dienst wie Foursquare Orte empfehlen und Freunde treffen, die zufällig in der Nähe sind oder eben – mit Hilfe der sogenannten „Geosocial Networks" interessante Locations, Restaurants und Konzerte am momentanen Aufenthaltsort ausfindig machen. Der Nutzer macht beim Einloggen auf dem Smartphone seinen Standort öffentlich, er wird über eine App oder eine mobile Webseite der Community angezeigt. Über die Transparenz muss sich also jeder im Klaren sein.

Das Interessante, so J. Krömer von infospeed, sind die Features. Nutzer können demnach Informationen und Meinungen zu Szenetreffs, Restaurants oder Hotels hinterlassen. Man kann also, am Urlausort angekommen, vor Ort das richtige Hotel herausfinden und den kürzesten Weg zu ihm finden.

Dabei befriedigten ortsbasierte Onlinedienste meist auch den Spiel-und Selbstdarstellungstrieb der Nutzer, so Christina Faßnacht von der BITKOM in Berlin. Bei Foursquare sammeln die User virtuelle Wimpel, sogenannte Badges. Damit sie sich an einem Ort immer wieder einloggen, locken Titel und andere Preise.

Bei anderen Diensten wie Google Latitude wird, so J. Krömer der Firma infospeed, der Standort automatisch mittels vom Handy gesendeter GPS-Daten oder Signale der genutzter Mobilfunkantennen aktualisiert. Dieser Dienst erlaubt aber auch die individuelle Festlegung, wie exakt man seinen Aufenthaltsort festlegen möchte. Schließlich will nicht jeder rund um die Uhr mit seinem exakten Aufenthaltsort sichtbar sein. Und so gibt es auch Services, die das Aufeinandertreffen mit Freunden verhindern helfen sollen, so Christina Faßnacht. Man kann sich also auch wieder virtuell unsichtbar machen.

Potenzial für Werbung?
Den Kunden genau dann erreichen, wenn er in Reichweite des zu bewerbenden Produkts ist – ein Traum scheint hier auch für die Werbebranche wahr zu werden, so Experte Krömer. So kann beispielsweise ein neues Angebot auf das Display gespielt werden, während der Kunde gerade am entsprechenden Geschäft vorübergeht.
Werden die Daten mit denjenigen des Facebook-Profils verknüpft, könnten dem Nutzer beispielsweise Angebote unterbreitet werden, die zu seinen Vorlieben passen. Datenschutzexperten warnen daher vor der totalen Offenlegung von Bewegungsabläufen und Verhalten.

Dem Nutzer sollte zumindest stets klar sein, wann er seinen Standort Preis gibt. Entsprechende Funktionen sollte er nicht automatisch dauerhaft und ohne sich dessen bewusst zu sein eingeschaltet lassen, rät Social Media-Experte Krömer. Eine Kontrolle in diesem Punkt erlaube die manuelle Funktion bei den Check-Ins.

Neues Lokalisierungsfeature von Facebook
Wenn der Branchenriese nur einem Teil seiner Nutzer eigene Geotagging-Funktionen schmackhaft genug macht, würde dies wohl den großen Durchbruch für das Geotagging bedeuten", schätzt Krömer.  Experten gehen davon aus, dass angesichts einer wachsenden Versorgung der Bevölkerung mit Smartphones und der stets steigenden mobilen Nutzung des Internets die Rolle von Geodaten in Zukunft noch anwachsen wird.

 

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