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Eigenlob in Social Media

... kommt wie ein Bumerang zurück

05.10.2010

Eigenlob in Social Media 

«Bewertungen von anderen Internet-Nutzern wirken authentisch. Viele vertrauen solchen Kommentaren mehr als der Firmenwerbung» (dpa, 2010). So beginnt ein Artikel, in dem laut dpa-Meldung eine falsche Nachricht aufgedeckt wurde. Doch was steckt dahinter:

Berlin (dpa) - Der Nutzer Peter Glaser soll im Online-Shop von Amazon als Kundenrezension geschrieben haben «Das WeTab ist nicht gut, sondern sehr sehr gut». Es handelt sich hierbei um eine Lobeshymne der beiden CEOs der Herstellerfirma des Tablet-Computers «WeTab», das derzeit für Furore sorgt. Aufgedeckt hat den Fall der Blogger namens Richard Gutjahr. Nach einigen Recherchen fand er heraus: Bei «Peter Glaser» handelt es sich um den Account des WeTab-Geschäftsführers, «WeTab-Manager Helmut Hoffer von Ankershoffen», selbst.

Da ist was dran. Nach der Beschwerde hat Amazon die sogenannten «Eigenlob-Kommentare», entfernt. Die Aussage einer Amazon-Sprechering hierzu: «Bei Manipulationsversuchen handelt es sich - in Relation zu der Gesamtheit der Rezensionen - um einen sehr selten auftretenden Vorgang». Hierzu interviewte die dpa auch J. Krömer von infospeed - einem der Marktführer für Social Media Monitoring: «Aus unserer Erfahrung sind gefälschte Beiträge eher selten», äußerte er. Krömer ist derzeit Projektleiter im Bereich Social Media Monitoring. Zu seinen Aufgaben zählt die Ermittlung und Analyse von Online-Meinungsbildern im Web – dem User Generated Content. Seiner Aussage zufolge sind Verleumdungsaktionen von Wettbewerbern im Web eher die Seltenheit. Selbst habe er so etwas noch nicht erlebt.

Was derartigen Missbrauch im Internet angeht, sind Unternehmen nach Meinung von Krömer bereits auf der Hut: Zu viele abschreckende Beispiele hat es bereits gegeben, die Unternehmen für solche Aktionen sensibilisiert haben. Am Ende kann sich ein manipuliertes Eigenlob kontraproduktiv auswirken, beispielsweise wenn die Community es aufdeckt. Außerdem, so Krömer, «bringt ein einzelner Beitrag auf Amazon kaum etwas». Das zumindest stellt infospeed in ihrem Tagesgeschäft immer wieder fest. «Je mehr Beiträge es insgesamt gibt, umso sicherer kann man sein, dass das Meinungsbild auch echt ist», sagt der Social-Media-Experte Krömer. Außerdem müsse man differenzieren. «Ein 140-Zeichen-Tweet von einem unbekannten Nutzer hat nicht so viel Gewicht wie der Testbericht eines mir bekannten Nutzers in einem Forum», sagt Krömer im Interview der Nachrichtenagentur dpa. Die Nutzer trieben sich zwar in Twitter und auf Facebook herum, doch bis eine echte Kaufentscheidung getroffen wird, schaue man sich vor allem Bewertungsportale an und ist in Diskussionsforen aktiv.

Für den WeTab-Hersteller ist das Eigenlob wie ein Boomerang zurückgekommen. Immerhin hat er sich bereits dafür entschuldigt. Welchen Schaden die Marke davon getragen hat wird sich allerdings noch zeigen müssen.

(Quelle: dpa)

 

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